Unser Lesetipp für August: Das Pfarrhaus von Carys Davies
Von Beginn an liegt über der Geschichte eine düstere Ahnung, dass nicht alle Hoffnungen erfüllt werden …
Der Protagonist des Romans, Hilary Byrd, der Protagonist in Carys Davies Roman, ist Anfang 50, unverheiratet, Bibliothekar in London und flieht nach einem seelischen Zusammenbruch nach Indien .Im kühlen Bergland inmitten der Teeplantagen, fühlt er sich fremd und zugleich seltsam vertraut. Er wohnt bei einem Pfarrer und hat einen eigenen Rikschafahrer für Ausflüge in die Umgebung. Zaghaft entwickelt sich eine Freundschaft mit der klugen, stillen Haushälterin des Pfarrers. Sein Charakter zeichnet sich im Lauf des Buches immer deutlicher ab; Er ist ängstlich, unsicher, grüblerisch, neidisch – und verkörpert damit die typischen menschlichen Schwächen des modernen Menschen.
Der Ort selbst wird zur Metapher: Die Hill Station, wo sich einst britische Kolonialbeamte wegen des kühleren Klimas zurückzogen, steht für die isolierte Zwischenwelt, in der der Protagonist gefangen ist – eine Fassade fernab der indischen Realität.
Davies bettet Byrds persönliche Krise damit meisterhaft in einen komplexen historischen und gesellschaftlichen Kontext ein. Die Spannungen zwischen christlichen Minderheiten und anderen religiösen Gruppen, das Kolonialerbe und die Suche nach einer eigenen Identität sind deutlich spürbar. Ein fesselnder Roman, der weit mehr ist als nur eine Reisegeschichte.
Davide und Teresa träumen sich schon lange fort von ihrem Dorf, fort von den vorgezeichneten Wegen. Doch an einem Tag im Jahr 1942 taucht plötzlich Nicolas in ihrem Leben auf, ein zwangsumgesiedelter jüdischer Junge aus Neapel. Es wird der Sommer ihres Lebens. Bis der Krieg auch ihr Dorf erreicht – und die zarten Bindungen zwischen den drei Jugendlichen zerreißt. Sie verlieren sich aus den Augen, doch nie ganz aus dem Sinn. Jahre später kommt es zu einem Wiedersehen, und alles ist vertraut und doch verwirrend anders. Leise poetische Geschichte, Menschlichkeit in dunklen Zeiten, Hitze, Coming of Age und emotionale Verstrickungen dreier Freunde. Sehr empfehlenswert!